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	<title>Wien denkt weiter</title>
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	<description>Das Projekt „Wien denkt weiter“ lädt alle Wienerinnen und Wiener dazu ein, ihre Meinung zu Themen der Stadt einzubringen. Aktuelle Fragen werden gemeinsam mit Künstlern und Experten aus der Wissenschaft im Blog und bei regelmäßigen Events beleuchtet.</description>
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		<title>Fragwürdige Rolle für &#8220;Neues Theater&#8221; Budapest</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 14:53:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johanna Franz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Ungarn]]></category>

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		<description><![CDATA[Herr Istvan Csurka ist ja erfreulicherweise bereits wieder Legende. Seine unerfreuliche politische Arbeit wird er wohl bis zu seinem Lebensende fortsetzen.
Der bekennende Rechtsextremist György Dörner übernahm gestern jedoch ein subventioniertes Theater in Budapest, einer europäischen Hauptstadt. Der Oberbürgermeister hat im Alleingang diese Entscheidung gefällt &#8211; dies ist ein Tabubruch.
Herr Dörner erklärte, er sei &#8220;national verpflichtet&#8221;, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Herr Istvan Csurka ist ja erfreulicherweise bereits wieder Legende. Seine unerfreuliche politische Arbeit wird er wohl bis zu seinem Lebensende fortsetzen.<br />
Der bekennende Rechtsextremist György Dörner übernahm gestern jedoch ein subventioniertes Theater in Budapest, einer europäischen Hauptstadt. Der Oberbürgermeister hat im Alleingang diese Entscheidung gefällt &#8211; dies ist ein Tabubruch.<br />
Herr Dörner erklärte, er sei &#8220;national verpflichtet&#8221;, wolle mit der &#8220;krankhaften liberalen Hegemonie&#8221; aufräumen und der  &#8220;liberalen Anspruchslosigkeit der Unterhaltungsindustrie den Krieg erklären&#8221;. Vorrang sollen Werke ungarischer Autoren haben. Diese Sätze erwecken Befürchtungen -<br />
Kunst und Rechtsextremismus? Ein Widerspruch in sich!</p>
<p>In unserer heutigen Zeit, in der rechtsradikale Aussprüche immer &#8220;salonfähiger&#8221; werden, Vorurteile immer mehr geschürt werden &#8211; Ängste durch Wirtschaftszusammenbrüche, die vermehrte Arbeitslosigkeit mit sich bringen immer größer werden &#8211; gerade jetzt muss vermehrt das Augenmerk auf Aufklärungsarbeit gelenkt werden. Ob Lehrer, Autoren, Theater mit ihren Künstlern, Kulturämter, Politiker (ein großer Dank an unseren Bundespräsidenten, der sich weigert einen Orden zu verleihen), Chefs von Betrieben, Gewerkschaften &#8211; wir alle müssen an einem Strang ziehen. Wie hieß es doch einmal so schön? &#8220;Wehret den Anfängen!&#8221; Die Anfänge sind nur leider schon wieder längst vorbei!<br />
Im Theater Drachengasse versuchen wir stets den Finger an den Puls der Zeit zu legen, die Leute zum Nachdenken anzuregen. Vermehrt widmen wir uns der Jugendarbeit und Kulturvermittlung, nicht nur, um künftiges Publikum zu bekommen, sondern vor allem um zu versuchen den Jugendlichen Toleranz, Weitsicht und Weltoffenheit zu vermitteln.</p>
<p>Wir haben gestern selbstverständlich das Memorandum verlesen, das auch in Hunderten Theatern in Österreich, Deutschland, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Spanien, Holland, Polen, Tschechien, Finnland, Slowenien, Griechenland und Serbien vor der Vorstellung in der jeweiligen Landessprache verlesen wurde:</p>
<p>Heute ist der 1.Februar 2012. An diesem Tag wurde in Budapest eines der bedeutendsten Theater der Stadt an einen neuen Intendanten übergeben, der seit vielen Jahren öffentlich rechtsradikales Gedankengut vertritt. Er publiziert antisemitische, antiziganistische und rassistische Hetzschriften und leitet ab heute ein subventioniertes Theater einer europäischen Hauptstadt.<br />
Das ist ein Tabubruch.<br />
Wir wollen das nicht zum Anlass nehmen, Steine nach Budapest zu werfen, sondern uns in unserem eigenen Land und in unserer unmittelbaren Umgebung für Toleranz, Vielfalt und Solidarität für die Schwächeren einzusetzen.<br />
Wir sind bestürzt darüber, dass in vielen Europäischen Ländern politische Kräfte wirken, die Hass, Verachtung und Neid zwischen den Menschen schüren. Wir wollen mit unserer Theaterarbeit das Trennende in der Gesellschaft überwinden, Neugierde erwecken und die Sinne für gesellschaftliche Wahrheiten schärfen &#8211; für das gemeinsame Wohl aller Menschen, den Frieden und die Freiheit in Europa. Sind wir Menschen doch alle frei und gleich an Würde und Rechten geboren, sind wir doch alle Bürger einer Welt.<br />
Heute ist der 1.Februar 2012. Begehen wir heute gemeinsam den 1. &#8220;Europäischen Theatertag der Toleranz.&#8221;</p>
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		<title>Zum Jahresausklang: Dank an die Web-Community – auch für ihre Kulturtechniken</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Dec 2011 11:43:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Mailath-Pokorny</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Zum Jahresausklang möchte ich auch Online jenen Menschen zum bevorstehenden Fest Alles Gute wünschen, die ich im Internet „kennenlernen“ durfte.
In meinem ersten Jahr auf facebook sind so durchaus spannende Kontakte entstanden. Natürlich auch einige weniger angenehme – eben ganz so wie es auch in der Realität der Fall ist. Entstanden sind auch einige Eindrücke zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zum Jahresausklang möchte ich auch Online jenen Menschen zum bevorstehenden Fest Alles Gute wünschen, die ich im Internet „kennenlernen“ durfte.</p>
<p>In meinem ersten Jahr auf facebook sind so durchaus spannende Kontakte entstanden. Natürlich auch einige weniger angenehme – eben ganz so wie es auch in der Realität der Fall ist. Entstanden sind auch einige Eindrücke zu diesem faszinierenden Medium, die ich teilen möchte.</p>
<p>Gleich vorweg: Das Internet ist für mich die größte Medienrevolution seit dem Buchdruck. Damals nahm das Lesen seinen Weg als dominierende Kulturtechnik. So vermute ich ebenso, dass das digitale Zeitalter wohl auch eine Reihe neuer Skills und Techniken erfordert und hervorbringt, die den Umgang erleichtern und optimieren.</p>
<p>Zum einen fällt mir da das Thema der Glaubwürdigkeit im Netz ein: Wieviel Wahrheitsgehalt steckt in einem Artikel, wer verbirgt sich hinter der Anonymität einiger Foren, wem ver- und wem misstraue ich im Internet? Wie verbindlich sind Informationen noch, hinter dem oftmaligen Schleier der Anonymität? Webjournalist und Blogger (www.kobuk.at) Helge Fahrnberger bringt es auf den Punkt: „Die Kulturtechnik heisst: Hinterfrage deine Quellen.“</p>
<p>Eine Frage, die wie mir scheint ebenso in vergangenen Zeiten des gedruckten Wortes und der Zeitungen relevant war, die aber nun im Internet von einer weit größeren Anzahl an LeserInnen/UserInnen/KonsumentInnen für selbstverständlich erachtet und täglich beherzigt wird.</p>
<p>„Du lügst wie gedruckt“: Der Volksmund wusste es offenbar schon immer. Die neuen Medien haben diesen Ansatz nicht immer falsifiziert.</p>
<p>Was ja auch eine Art von Demokratisierung darstellt und ins Bild passt. Denn mit den Medientechniken ändert sich auch das darin abgebildete Subjekt: der Mensch.</p>
<p>Und der wurde vom kaiserlichen Untertan zum mündigen Staatsbürger und aktuell zum selbstbewussten „Wutbürger“. Mal sehen was das Netz noch so mit uns anstellt – ich jedenfalls wünsche der Internet-Community Alles Gute und für 2012 den engagierten „Aktivbürger.“</p>
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		<title>Theater bezieht Position!</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Dec 2011 10:21:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>PIMP MY INTEGRATION</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Diskussion]]></category>
		<category><![CDATA[Garage X]]></category>
		<category><![CDATA[Postmigrantische Positionen]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Publikumsdiskussion nach der Aufführung von „Flug.Punkt“ vom Verein Cocon hielt einige spannende Aspekte bereit &#8211; schnell entwickelte sich der Diskurs mit Emel Heinreich, der künstlerischen Leiterin vom Verein Cocon, und ihrem großen Team in Richtung einiger Kernfragen von „Pimp My Integration“:
-  Was soll dieses Postmigrantische? Gibt es ein postmigrantisches Theater?
- Wozu ein postmigrantischer Kulturraum? [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Publikumsdiskussion nach der Aufführung von „Flug.Punkt“ vom Verein Cocon hielt einige spannende Aspekte bereit &#8211; schnell entwickelte sich der Diskurs mit Emel Heinreich, der künstlerischen Leiterin vom Verein Cocon, und ihrem großen Team in Richtung einiger Kernfragen von „Pimp My Integration“:</p>
<p><strong>-  Was soll dieses Postmigrantische? Gibt es ein postmigrantisches Theater?</strong></p>
<p><strong>- Wozu ein postmigrantischer Kulturraum? Damit man alle „Ausländer“ zusammentreibt um sie gemeinsam abzuschieben?</strong></p>
<p><strong>- Wie wollen KünstlerInnen wahrgenommen werden? Als MigrantInnen oder als KünstlerInnen? Als Ausnahme oder als Normalfall?</strong></p>
<p><strong>- Ist Shermin Langhoff die Gute oder das Böse?</strong></p>
<p>Nochmals dieses ominöse <strong>Postmigrantische</strong> – „Pimp My Integration“ spricht nicht von „postmigrantischem Theater“ (denn bitte was war „migrantisches Theater“?), sondern von „postmigrantischen Positionen“. Auf der ständigen Suche nach neuen Begriffen, um etwas netter zu machen, kommt jetzt das Postmigrantische – wobei es schon eine Erklärung dafür gibt: Wir leben nach einer erneuten starken Immigrationswelle gemeinsam in einem Land und machen die Gesellschaft aus; also die Gesamtgesellschaft lebt in einem postmigrantischen Zustand. Aber da wir nicht der Illusion erliegen, dass diese neue Bevölkerungszusammensetzung als normal u.v.a. anerkannt wird, führt auch der aktuelle Begriff noch das „Migrantische“ mit, denn nach wie vor wird ständig Menschen vorgehalten, sie sind MigrantInnen – was nur ein schöneres Wort für „Ausländer“ sein soll, also unterm Strich: nicht-zugehörig. (Wer sich selbst als MigrantIn bezeichnet, das ist etwas anderes)</p>
<p>„Aber die bioösterreichischsten Österreicher sind postmigrantisch – da landen wir nämlich bei der Monarchie!“</p>
<p>Das Wichtigste abseits der Begriffe ist, dass Menschen zusammenkommen und ihre Fragen fragen, ihre Anmerkungen machen und miteinander reden, was sehr schön in einem kleinen Kreis bei dieser Publikumsdiskussion funktionierte. Auch über die Wünsche für die gemeinsame Zukunft der KünstlerInnen in der Stadt, denn wir können nicht davon ausgehen, dass alle dasselbe wollen – möchte eigentlich irgendwer diesen <strong>postmigrantischen Kulturraum</strong>? Und was kann der? Welche Auserwählten dürfen da rein? Von wem wird der geleitet? Oder wird er kollektiv geleitet von uns allen? Von wem jetzt? Von allen darstellenden KünstlerInnen in Wien? Und alle anderen Theater schließen? Weil es dann nur mehr 1 postmigrantisches Theater für ganz Wien gibt? – absurd.</p>
<p>Oder soll der postmigrantische Kulturraum als weiterer Ort in Wien eröffnet werden und wie in einen Tiergarten kommen dann alle und schauen rein? Sollen sich nicht stattdessen alle Theater öffnen?</p>
<p>Natürlich könnte so ein Ort Vorteile bieten in einer gemeinsamen politischen Kraft und einer Vernetzung – aber verstärkt das nicht reaktionäre Kräfte, die so gerne „Ausländer“ und „Inländer“ auf getrennten Parkbanken denken?</p>
<p>Denn wie verortet man sich als <strong>KünstlerIn</strong> in dieser Stadt – „mit Migrationshintergrund“. Jetzt steht das Wort doch da! Eben: dauernd bekommt man von außen diesen Migrationshintergrund umgehängt. Er klebt auf meinem Rücken, wie Emel Heinreich sagt. Es wird von ihr erwartet, dass sie bei „meiner Sache“ bleibt, auch von Beamtenseite. Aber sie möchte nicht nur in so einem postmigrantischen Kulturraum arbeiten, sondern überall hingehen können. Es geht nicht darum, immer die Ausnahmen aufzuzählen – die eine Produktion im Volkstheater, die eine Moderatorin beim ORF, einmal arbeitete eine Schauspielerin am Burgtheater – sondern es geht darum, dass es „normal“ wird. Dass die Wirklichkeit mit den diversen Menschen sich ihren Zugang zu allen Institutionen erobert. Eine Zuschauerin antwortete in diesem Sinne: „Ich fühl mich nicht als Migrantin, ich bin von hier, es hört mir.“</p>
<p>Und <strong>Shermin Langhoff</strong>, dauernd schwebt ihr Name über allen Veranstaltungen, was für ein Mythos jetzt schon, sie tritt doch erst 2013 ihren Job in Wien an. Wien lebt von Mythen, nur nicht von den Menschen, die da sind und die Stadt ausmachen – immer das Gleiche.</p>
<p>Zeigt sie uns 2013 endlich wie´s geht? Braucht Wien postmigrantische Aufbauarbeit von einer Berliner TürkIN?</p>
<p>Oder passiert gerade, was so oft passiert: ein Mann aus Berlin oder Paris – also die „guten Ausländer“ – übernimmt ein Festival = normal. Eine Frau und dann auch noch was Türkisches dabei, ruft Angst und Misstrauen hervor. Diese Meinungen werden noch sehr spannend zu beobachten sein.</p>
<p>Eines hat sich wieder einmal gezeigt – das Wichtigste ist, dass Menschen Gelegenheit haben, um zusammenzukommen und sich über die Themen zu verständigen, die ihnen wichtig sind. Ob es für diese Art der <strong>Verständigung und Vernetzung</strong> einen „postmigrantischen Kulturraum“ braucht, wird stark bezweifelt in der Szene, da sich die ganze Stadt als postmigrantisch wahrnehmen könnte.</p>
<p>NB: „Pimp My Integration“ ist eine Projektreihe postmigrantischer Positionen in der Garage X, die von 18. Jänner bis 10. Februar 2012 in Theaterstücken und Diskussionen eine Annäherung an das Thema versucht.</p>
<p><a href="http://www.garage-x.at/" target="_blank">www.garage-x.at</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Wutbürger &amp; Zivilgesellschaft: Ein Paradoxon?</title>
		<link>http://wien-denkt-weiter.at/2011/12/16/wutburger-zivilgesellschaft-ein-paradoxon/</link>
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		<pubDate>Fri, 16 Dec 2011 14:58:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Mailath-Pokorny</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Düringer]]></category>
		<category><![CDATA[Wutbürger]]></category>
		<category><![CDATA[Zivilgesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Beitrag zu Düringers Systemkritik
Die Rede eines Wutbürgers vom vergangenen Donnerstag ist nachvollziehbar. Zweifelsohne gab es Zeiten, wo es leichter war, optimistisch zu sein: Die wirtschaftliche Lage ist ernst. Das Patentrezept dagegen gibt es nicht.
Dennoch passiert in Wien gute Politik. Die Krise der letzten Jahre konnte von der Stadt mit einigem Geschick in Grenzen gehalten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Beitrag zu Düringers Systemkritik</p>
<p>Die Rede eines Wutbürgers vom vergangenen Donnerstag ist nachvollziehbar. Zweifelsohne gab es Zeiten, wo es leichter war, optimistisch zu sein: Die wirtschaftliche Lage ist ernst. Das Patentrezept dagegen gibt es nicht.</p>
<p>Dennoch passiert in Wien gute Politik. Die Krise der letzten Jahre konnte von der Stadt mit einigem Geschick in Grenzen gehalten werden. Erstmals seit 2007 stiegen in der Stadt die Beschäftigungszahlen wieder an und erreichen fast wieder das Niveau vor der Wirtschaftskrise. In den Bereichen Gesundheit, Soziales und Bildung gibt es Mehrausgaben. Durch antizyklische Investitionspolitik – vermehrte Ausgaben der öffentlichen Hand in investitionsschwachen Zeiten – konnte der Wegfall privater Investoren kompensiert werden.</p>
<p>Vergessen werden sollte auch nicht, dass vor 90 Jahren eine derartige Krise noch zur Katastrophe führte – heute wird gemeinsam an einer Lösung gearbeitet.</p>
<p>Bei Roland Düringers Kritik, fehlt noch ein Aspekt. Denn gesellschaftlicher Zusammenhang fußt meines Erachtens auf der Dreiecksbeziehung zwischen Politik, Individuum und Medien. Politik liefert Gesetze, sichert Ordnung während die Medien Diskurs organisieren und als „Software“ einer Gemeinschaft fungieren, die sinnstiftend einen gemeinsamen Nenner produzieren. Mehr positive Nachrichten statt Schreckensmeldungen wären hier möglich. Und hervorzuheben, dass rund 80 % der politischen Beschlüsse in Österreich einstimmig geschehen, wäre ebenso möglich. Es gibt auch eine Verantwortung der Medien gegenüber dem Wutbürger.</p>
<p>Zum Modewort „Wutbürger“ selbst: Es hatte im ausgehenden Jahr seine Berechtigung &#8211; für 2012 wünsche ich mir allerdings auch den „Aktivbürger“, den engagierten, politisch interessierten Bürger, der sich Kanäle wahrnimmt, mit der Politik in Kontakt zu treten. Dazu gibt es in der Zivilgesellschaft doch einige Möglichkeiten: neben Vereinen und NGO´s auch in themenspezifischen Initiativen innerhalb der Parteien (ja, da ist auch von Partei-Mitgliedschaft noch keine Rede!) oder Internetforen wie „Wien denkt weiter“.</p>
<p>Jedenfalls zeigt die Debatte aber auch: Es braucht Kunst und Kultur! Künstler sind so etwas wie das Frühwarnsystem einer Gesellschaft, Sie sind Bürger, die Themen auf die ihnen eigene Art ansprechen und allzu oft in der Geschichte durch ihre Anstöße Veränderung erwirkt haben.</p>
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		<title>Du und ich, das sind Wir</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Nov 2011 17:35:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>PIMP MY INTEGRATION</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Diskussion]]></category>
		<category><![CDATA[Pimp my Integration]]></category>

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		<description><![CDATA[Du und ich, das sind Wir
Abbildung postmigrantischer Identitäten in der österreichischen Kultur und Gesellschaft: So komplex der Untertitel zur Podiumsdiskussion „Wer ist wir?“ klang, umso erfrischender waren die Antworten der Gäste auf die erste Frage nach dem jeweiligen individuellen „Wir“.
Es war eine lebendige Diskussion bei der neben dem Religionspädagogen Ednan Aslan die Kultur und Sozialanthropologin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Du und ich, das sind Wir</strong></p>
<p>Abbildung postmigrantischer Identitäten in der österreichischen Kultur und Gesellschaft: So komplex der Untertitel zur Podiumsdiskussion „Wer ist wir?“ klang, umso erfrischender waren die Antworten der Gäste auf die erste Frage nach dem jeweiligen individuellen „Wir“.</p>
<p>Es war eine lebendige Diskussion bei der neben dem <em>Religionspädagoge</em>n Ednan Aslan die Kultur und Sozialanthropologin Sabine Strasser, der Migrationsforscher Erol Yıldız, die Journalistin Olivera Stajić (dasstandard.at) sowie der Generaldirektor der RLB NÖ-Wien Georg Kraft-Kinz geladen, um unter der Leitung von Hikmet Kayahan über die Konstrukte „Wir“ und „Ihr“ zu diskutieren.</p>
<p>Für den Kölner Bildungswissenschafter Erol Yıldız, der seit 2008 an der Klagenfurter Alpen-Adria-Universität lehrt, ist die Frage nach dem &#8220;Wir&#8221; eine ausschließlich westeuropäische Frage, ja eine Luxusdebatte. Stajić hegt eine große Abwehr gegen ein fixes &#8220;Wir&#8221;. Das bringe nur Schwierigkeiten mit sich, sei es doch eng mit Konzepten wie Nation, Herkunft und Religion verknüpft. Ednan Aslan weist auf die Vielfältigkeit der „Wirs“ in verschiedenen Lebenssituationen hin. Zu manchen davon werde er verpflichtet, etwa „Türke“ oder „Moslem“, andere wähle er selber.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Geschichte neu schreiben</strong></p>
<p>Postmigrantisches Theater, postmigrantische Kulturarbeit oder wie sich die Projektreihe von <strong>Garage X</strong> und <strong>daskunst</strong> nennt: Postmigrantische Positionen. Der Begriff hat seit einigen Jahren vor allem in Deutschland Hochkonjunktur. Aber was bedeutet postmigrantisch? Erol Yıldız, der diesen Begriff im wissenschaftlichen Kontext geprägt hat, versteht darunter zunächst eine veränderte Perspektive auf die vorherrschende Geschichtsschreibung. Das Potential postmigrantischer Positionen liege etwa im Neuerzählen von der Geschichte der &#8220;Gastarbeit&#8221;, das mit Mythen aufräumt und bisher unbekannte Aspekte beleuchtet. Postmigrantisch beziehe sich aber auch auf die Bezeichnung der sogenannten Zweiten und Dritten Generation, die – obwohl oft selbst ohne Migrationserfahrung – im öffentlichen Diskurs zum „Migranten“ gemacht werden. Es handelt sich also um eine Zuschreibung von außen – die Betroffene dennoch zwangsweise verbindet.</p>
<p><strong><em>Den</em> Islam gibt es nicht</strong></p>
<p>Die Diskussion um &#8220;Wir&#8221;-Konstruktionen ist nicht nur in Österreich eng verknüpft mit Grenzziehungen gegenüber dem Islam bzw. muslimischen Gesellschaftsgruppen, im Volksmund „die Parallelgesellschaft“.</p>
<p>Die immer wieder konstatierte Isolation sei jedoch nicht über Nacht entstanden, so Ednan Aslan, sondern sei eine Notlösung aufgrund der 50jährigen Ignoranz von Seiten der Mehrheitsgesellschaft gewesen.</p>
<p>Es gäbe aber weder <em>den</em> Islam, noch die muslimische Einheit. Auch in Wien nicht. So würden lediglich 15 Prozent der österreichischen Muslime die Religion praktizieren. &#8220;Eine Religion wird aus dem Kontext heraus geprägt, daher ist auch ein europäischer Islam möglich.&#8221; Es sei gefährlich für Muslime in Europa, wenn sie diese Prägung nicht selbst gestalten, sondern zu ihr verpflichtet werden würden. Zudem betont Aslan selbstreflexiv, dass er selbst seine Religion täglich neu definieren müsse. Etwa wenn sich junge gläubige Homosexuelle mit Fragen an ihn wenden. Homosexualität und Religion, ein Thema, das auch Aslan „neu betrachten muss“.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Grenzziehungen hier und da</strong></p>
<p>Sabine Strasser weiß vom hartnäckigen Bestand von Grenzziehungen vor allem im ländlichen Raum zu erzählen. Hier grenzen sich MigrantInnen von der Mehrheitsgesellschaft ab, weil sie etwa den teilweise exzessiven Alkoholkonsum der Jugendlichen nicht gutheißen. Und umgekehrt werden sie von der Mehrheitsgesellschaft ausgegrenzt, weil die muslimischen Jungs nach dem gemeinsamen Fußballspiel nicht mit auf ein Bier gehen. Wichtig sei permanentes Vermitteln als alltägliche Praxis, wie sie von NGOs und der Sozialarbeit geleistet wird.</p>
<p>Förderung des Dialoges ist für Georg Kraft-Kinz ebenso unerlässlich, ja sogar <em>die</em> Lösung. Österreich sei im 20. Jahrhundert von einer Geschichte des &#8220;Wir&#8221;-Scheiterns geprägt gewesen, aus dem resultiere auch ein verklärender Blick auf die Vergangenheit. Dass hinter der Forderung nach mehr Dialog ein wirtschaftlicher Nutzen steckt, unterstreicht der Obmann des 2009 gegründeten Vereins Wirtschaft für Integration: „Der größte wachsende Markt ist der migrantische. Für die Wirtschaft ist es eine Überlebensfrage.“</p>
<p>Am Ende der Veranstaltung kamen neue Fragen auf, was nach einem jüdischen Sprichwort, der beste Ausgang für eine Diskussion ist&#8230;</p>
<p>Fragen, die bei den folgenden Veranstaltungen der Projektreihe sicher wieder behandelt werden: Braucht man den Umweg der speziellen Schublade für MigrantInnen, bevor sie die hegemonialen Räume betreten – ob in den Medien oder in einem postmigrantischen Theater? Oder kann nicht der Schritt Verortung übersprungen und die sofortige Öffnung aller Institutionen vor dem Hintergrund der veränderten Bevölkerungszusammensetzung eingefordert werden?</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Das System lebt! Ein Beitrag zur Krise.</title>
		<link>http://wien-denkt-weiter.at/2011/11/23/das-system-lebt-ein-beitrag-zur-krise/</link>
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		<pubDate>Wed, 23 Nov 2011 12:21:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Mailath-Pokorny</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieser Tage überschlugen sich die Ereignisse in Griechenland: Krisensitzungen, Einheitsregierung und Debatten um ein weiteres Sarpaket mischten sich mit Befürchtungen, welches Land aus der Euro-Zone wohl als nächstes in ähnliche Kalamitäten geraten würde. Hedge-Fonds spekulieren derzeit überaus eifrig gegen Italien – das nächste Land auf der Anklagebank der Finanzspekulanten.
Mit  Unsicherheit zu spekulieren, ist nicht neu. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Tage überschlugen sich die Ereignisse in Griechenland: Krisensitzungen, Einheitsregierung und Debatten um ein weiteres Sarpaket mischten sich mit Befürchtungen, welches Land aus der Euro-Zone wohl als nächstes in ähnliche Kalamitäten geraten würde. Hedge-Fonds spekulieren derzeit überaus eifrig gegen Italien – das nächste Land auf der Anklagebank der Finanzspekulanten.</p>
<p>Mit  Unsicherheit zu spekulieren, ist nicht neu. Es wundert nur, warum seit der Krise von Lehman Brothers im September 2008, als alles begann, kaum strukturelle Neuregelungen des Wirtschaftssystems durchgesetzt wurden. Der freieste Markt, war offenbar doch nicht so frei.</p>
<p>Mehr noch: Manager erhalten heute wieder haarsträubende Boni und zur Finanzierung von Rettungspaketen werden Sozialleistungen gekürzt. Es wird versucht, marktwirtschaftliches Versagen der Banken durch Kürzungen der öffentlichen Hand auszugleichen. Colin Crouch, ehemals Berater Tony Blairs und Professor für Governance Management an der Warwick Business School, hegt in seinem neuen Buch<a href="#_ftn1">[1]</a> eine Vermutung: Das aktuelle Wirtschaftssystem an dem sich auch nach dem Beginn der Krise 2008 nichts geändert hat, basiert auf dem politischen Einfluss von Großkonzernen. In der Debatte geht es meist nur um Staat und Markt – dabei wird die Dimension der Großkonzerne kaum wahrgenommen, obwohl sie wichtige Akteure sind.</p>
<p>Zu Konzernen kommen meiner Ansicht noch Hedge-Fonds dazu wie „Man Group“ (verwaltetes Vermögen rund 70 Milliarden US-Dollar). George Soros, Finanzgenie und einer der bekanntesten Hedge-Fonds Manager wurde berühmt als er 1992 mit seiner Spekulation gegen das britische Pfund fast das Europäische Währungssystem (EWS) zum Einsturz gebracht hätte.</p>
<p>Die Strategie ist damals wie heute die gleiche:</p>
<p>Hedge-Fonds Manager verkaufen durch Leerverkäufe (ein Instrument wonach Devisen und Wertpapiere gekauft werden können, über die der Verkäufer zum Verkaufszeitpunkt noch garnicht verfügt) Staatsanleihen – momentan mit Vorliebe italienische – die sie überhaupt nicht besitzen, sondern sich am Markt ausleihen.</p>
<p>Fallen die Kurse dieser italienischen Staatsanleihen dann wie erwartet, erwerben Hedge-Fonds diese billig am Markt zurück. Die Differenz aus dem Leerverkaufspreis und dem Rückkaufpreis ist dann der Gewinn. Ein lukratives Leihgeschäft.</p>
<p>Trotz der von EU-Binnenmarktkommissars Michel Barnier im Sommer 2010 durchgesetzten Einschränkungen von Leerverkäufen, ist bislang alles beim Alten.</p>
<p>Hedge-Fonds bleiben damit Politikern ein gutes Stück voraus und imstande Märkte zu bewegen.</p>
<p>Nach dem Fall kommunistischer Planwirtschaft und dem Scheitern der „freien“ Marktwirtschaft braucht es neues Denken in der wirtschaftlichen Terminologie.</p>
<p>Jedenfalls: Regeln für Finanztransaktionen!</p>
<hr size="1" /><a href="#_ftnref1">[1]</a> Crouch, Colin (2011): Das befremdliche Überleben des Neoliberalismus, Frankfurt.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Aufs Erinnern nicht vergessen!</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Nov 2011 15:05:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Mailath-Pokorny</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>

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		<description><![CDATA[Noch in dieser Periode wird in Wien ein Denkmal für Deserteure errichtet. Ein Vorhaben, das auch im Regierungsübereinkommen festgehalten ist.
Der Opfer der NS-Militärjustiz zu gedenken ist in Österreich alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Obwohl es in jedem Dorf eine Gedenkstätte für die Gefallenen der Kriege gibt, sucht man nach einem Denkmal für jene, die diese [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Noch in dieser Periode wird in Wien ein Denkmal für Deserteure errichtet. Ein Vorhaben, das auch im Regierungsübereinkommen festgehalten ist.</p>
<p>Der Opfer der NS-Militärjustiz zu gedenken ist in Österreich alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Obwohl es in jedem Dorf eine Gedenkstätte für die Gefallenen der Kriege gibt, sucht man nach einem Denkmal für jene, die diese „Pflicht“ nicht erfüllten, vergebens.</p>
<p>Fr<a href="http://wien-denkt-weiter.at/wp-content/uploads/2011/11/Lueger-Denkmal-13.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1272" title="Lueger Denkmal 1" src="http://wien-denkt-weiter.at/wp-content/uploads/2011/11/Lueger-Denkmal-13-199x300.jpg" alt="" width="199" height="300" /></a>eiheitskämpfer innerhalb der Wehrmacht, Deserteure oder Kriegsdienstverweigerer haben derzeit eine Gedenktafel im Donaupark, wo ich am Nationalfeiertag ihrer gedachte. Dort befand sich während der Nazizeit der Militärschießplatz Kagran, wo zahlreiche Deserteure den Erschießungstod fanden.</p>
<p>Jenen, die meinen, man müsse die Geschichte ruhen lassen, sei frei nach Karl Kraus´ gesagt: „Die Straßen Wiens sind mit Geschichte gepflastert.“</p>
<p>Zuviel ist hier passiert, zu oft wurde hier Geschichte geschrieben, als dass man sie ruhen lassen könnte.  Erinnerung ist ein Schlüsselthema von Kultur, weil nachfolgende Generationen durch sie einmal ihre eigene Kultur entwickeln. Die Stadt hat zur Erinnerungskultur in den letzten Jahren viel beigetragen.</p>
<p>Die Ausstellungen ´Was damals Recht war&#8230;´ oder jene über die Verbrechen der Wehrmacht sind Versuche der Stadt, Licht in Geschehnisse zu bringen, die hier einige Jahrzehnte zuvor passierten. In den Grätzeln bildeten sich Initiativen, die Steine der Erinnerung setzten. Und erst im Zuge der Überprüfung der Ehrengräber von 1938-1945 kamen wir darauf, dass es keinerlei Ehrengräber für Juden gab: Erst 2007 wurden so die Grabmäler von 37 jüdischen Persönlichkeiten wie Arthur Schnitzler oder Friedrich Torberg zu Ehrengräbern erklärt.</p>
<p>In diesem Sinn prüft auch eine Kommission rund um Kurt Scholz derzeit Ehrengräber aus der Zeit des Austrofaschismus von 1934-1938 und eine weitere unter der Führung des Zeithistorikers Oliver Rathkolb Wiens Straßennamen. Von über 6.300 Wiener Straßennamen haben ca. 4.200 einen Namensbezug. Diese gilt es auf ihre historische Belastung hin zu überprüfen.</p>
<p>So gab es bereits Vorschläge, das Lueger-Denkmal bei der Wollzeile zu kippen, um die politische Schieflage, mit der man es hier zu tun hat, zu demonstrieren. Und auch die Addresse der Universität ist mit dem Dr. Karl-Lueger-Ring, benannt nach eben demselben antisemitischen Bürgermeister der Jahrhundertwende, entschieden zwiespältig.</p>
<p>Umbenennen fordern die einen, bewussten Umgang die Anderen. Erinnerung ist ein Gedankengang ohne vorgegebenes Ziel. Man wird entscheiden müssen, und das von Fall zu Fall. Um Verbannung von unangenehmen Erinnerung sollte es aber nicht gehen – schließlich wäre das der beste Weg, die Geschichte dieser Stadt zu vergessen.</p>
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		<title>Postmigrantische Kulturpolitik: Wer ist &#8220;wir&#8221;?</title>
		<link>http://wien-denkt-weiter.at/2011/10/27/postmigrantische-kulturpolitik-wer-ist-wir/</link>
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		<pubDate>Thu, 27 Oct 2011 10:43:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Werner-Lobo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Postmigrantische Kulturpolitik]]></category>

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		<description><![CDATA[
Vor drei Wochen habe ich gemeinsam mit Stadtrat Mailath-Pokorny und den  beiden KuratorInnen Asli Kislal (daskunst) und Ali Abdullah  (Garage X) die Projektreihe für postmigrantische Kulturarbeit  &#8220;Pimp my Integration&#8221; vorgestellt (dazu im Standard).

Damit wollen wir &#8211; wie der Kulturstadtrat bereits hier vermerkt hat &#8211; auch in der Kulturpolitik endlich der Tatsache Rechnung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>
<p>Vor drei Wochen habe ich gemeinsam mit Stadtrat Mailath-Pokorny und den  beiden KuratorInnen Asli Kislal (<a href="http://www.daskunst.at">daskunst</a>) und Ali Abdullah  (<a href="http://www.garage-x.at">Garage X</a>) die Projektreihe für postmigrantische Kulturarbeit  <a href="http://www.daskunst.at/pimp_my_integration.html ">&#8220;Pimp my Integration&#8221;</a> vorgestellt (dazu im <a href="http://dastandard.at/1317019469926/Postmigrantisches-Theater-Pimp-My-Integration" target="_blank">Standard</a>).</p>
</div>
<div>Damit wollen wir &#8211; wie der Kulturstadtrat bereits <a href="http://wien-denkt-weiter.at/2011/10/06/garage-x-ein-labor-fur-interkultur" target="_blank">hier</a> vermerkt hat &#8211; auch in der Kulturpolitik endlich der Tatsache Rechnung tragen,  Wiens Realität als Zuwanderungsgesellschaft sichtbar zu machen und auf die  Bühne(n) der Stadt zu bringen. Wir verstehen kulturelle Vielfalt als den größten  Reichtum dieser Stadt und sehen es als Kernziel Rot-Grüner Kulturpolitik, diesen  bisher allzu marginalisierten Reichtum ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu rücken,  gleichzeitig aber auch die damit verbundenen Konflikte und Ängste wahrzunehmen  und zu thematisieren. Das Stichwort dazu heißt &#8220;Migrant Mainstreaming&#8221;, also die  &#8220;postmigrantische&#8221; Identität Wiens zum kulturellen Mainstream zu machen und  letztendlich alle kulturpolitischen Schwerpunkte und Institutionen damit  sprichwörtlich zu durchfluten. Da gibt es noch viel zu tun.</div>
<div>
<p>Was aber bedeutet dieses komische Wort &#8220;postmigrantisch&#8221;?</p>
</div>
<div>Eine mögliche Antwort darauf hat gestern die erste von mehreren  Diskussionsrunden im Rahmen des Projekts &#8220;Pimp my Integration&#8221; gegeben, das  vorgestern mit der fulminanten Aufführung des Theaterstücks <a href="http://garage-x.at/portal/index.php?option=com_flexicontent&amp;view=items&amp;cid=20&amp;id=529 " target="_blank">&#8220;Arabboy&#8221;</a> gestartet ist.</div>
<div>Es ging um die Frage <a href="http://garage-x.at/portal/index.php?option=com_flexicontent&amp;view=items&amp;cid=20&amp;id=536" target="_blank">&#8220;Wer ist wir?&#8221;</a>,  die nicht zufällig ausgerechnet am Nationalfeiertag in den vollbesetzten Raum  der Garage X geworfen wurde. Das hochkarätig besetzte Podium beantwortete diese  von Moderator Hikmet Kayahan sehr persönlich gestellte Frage zunächst einmal  sehr ähnlich: So erzählte der seit kurzem in Klagenfurt lebende,  türkischstämmige Migrationsforscher Erol Yildiz, dass er in seiner neuen  Kärntner Heimat aufgrund seiner langjährigen Lehrtätigkeit in Deutschland mehr  als Deutscher denn als Türke wahrgenommen werde. Und outete sich gleich als  möglicher Urheber des Begriffs &#8220;postmigrantisch&#8221;, den er seinerzeit parallel zu  Diskussionen über postkoloniale Verhältnisse ins Spiel gebracht hatte: Ihm  zufolge bezeichnet er die Tatsache, dass Migration nicht nur die Eigen- und  Fremdwahrnehmung von MigrantInnen verändere, sondern auch die der  Aufnahmegesellschaft. Ein schöner Gedanke, wie ich finde, der zu Ende gedacht  nämlich bedeutet: Wir alle, egal welcher Herkunft, sind PostmigrantInnen!</p>
</div>
<div>Georg Kraft-Kinz vom <a href="http://www.vwfi.at" target="_blank">Verein Wirtschaft für Integration</a> berichtete, wie sehr seine  persönlichen und familiären Kontakte mit Menschen aus anderen Herkunftsländern  seine Selbstwahrnehmung und seinen Horizont erweitert hätten. Er wies auf die  Tatsache hin, dass ZuwanderInnen heute mit wesentlich mehr Mut und  Risikobereitschaft Unternehmen gründeten und dies und ihre mitgebrachten  Fähigkeit auch von Teilen der Wirtschaft wahrgenommen werde. Gleichzeitig sparte  er nicht mit Kritik an den österreichischen Regierungsparteien, die sich  demgegenüber völlig ignorant verhielten.</div>
<div>Einen interessanten Aspekt brachte der islamische Religionspädagoge Ednan  Aslan ein: Die Frage nach dem &#8220;Wir&#8221; sei auch aus seiner religiösen Sicht keine  statische, vielmehr ginge es darum, eine europäische, österreichische oder sogar  wienerische Variante des Islam anhand eines gemeinsamen Wertediskurses zu  entwickeln und so die Grenzen zwischen &#8220;Wir&#8221; und &#8220;Ihr&#8221; aufzubrechen. Dem konnte  auch die Kultur- und Sozial-Anthropologin Sabine Strasser zustimmen, die ihr  persönliches &#8220;Wir&#8221; eher als Negierung traditioneller und vor allem  nationalistischer Gruppenkonstruktionen verstand und einer dynamischen  Identitätsbildung durch Freundschaften und ständig wechselnde Lebensverhältnisse  das Wort redete. Auch die in Wien geborene und in Bosnien aufgewachsene  Journalistin Olivera Stajic, die mit <a title="blocked::http://dastandard.at/http://dastandard.at" href="http://dastandard.at" target="_blank">dastandard.at</a> eine der erfolgreichst<a href="http://wien-denkt-weiter.at/wp-content/uploads/2011/10/garage-x-10-2011-lobo2.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1258" title="Diskussion am Nationalfeiertag: Wer ist &quot;wir&quot;?" src="http://wien-denkt-weiter.at/wp-content/uploads/2011/10/garage-x-10-2011-lobo2.jpg" alt="" width="590" height="396" /></a>en medialen Plattformen rund um die Themen Migration und  Integration aufgebaut hat, verweigerte sich einer &#8220;Wir&#8221;-Festlegung: &#8220;Ich habe  dieses &#8216;Wir&#8217;-Gefühl als Teenagerin abgelegt und nicht wiedergefunden. Mag sein,  dass ich wieder einmal eines haben werde, momentan sträubt sich alles in mir  dagegen.&#8221;</p>
</div>
<div>Keine Frage: Das Podium &#8211; und mutmaßlich auch das Publikum in der &#8220;Garage&#8221;  &#8211; verstand sich im besten Sinne als postmigrantisch. Doch wie gehen wir damit  um, dass sich große Teile der Bevölkerung an nationalistisch konstruierte  Identitätszuschreibungen klammern, die mit Sätzen wie &#8220;Ich glaube an Euch!&#8221;,  &#8220;Unser Geld für unsere Leute&#8221; oder gar &#8220;Daham statt Islam&#8221; ansprechbar sind und  sich als &#8220;Wir&#8221; gegen &#8220;die anderen&#8221; aufhetzen lassen? Und was kann oder soll  Kulturpolitik da tun? Olivera Stajic&#8217;s pragmatisches Resümee: &#8220;Viele von denen  müssen wir verloren geben, wir müssen sie vor vollendete Tatsachen stellen. Aber  vor allem bei den Jungen geht es zuallererst um Wahrnehmung. Auf die Bühne mit  ihnen, mit ihren noch unentdeckten Talenten und Konflikten. Da geschieht viel zu  wenig.&#8221; Und auf Asli Kislals Frage, ob Wien denn einen &#8220;postmigrantischen  Kulturraum&#8221; brauche und ob dieser die ganze Stadt oder nicht doch ein eigenes  Theater oder ähnliches sein solle, antwortete Stajic ebenso pragmatisch:  &#8220;Beides. Wenn beim Standard nur ein paar Leute wie ich mit komischen Namen  schreiben würden, wäre das nicht weiter aufgefallen. Weil wir uns mit <a title="blocked::http://dastandard.at/" href="http://dastandard.at/">dastandard.at</a> unser eigenes Labor geschaffen  haben, werden wir sichtbar. Und irgendwann wird man uns abwerben, einfach weil  wir gut sind. Als MigrantInnen müssen wir nämlich besser sein als andere, auch  wenn das ungerecht ist. Und irgendwann sind wir der Mainstream.&#8221;</div>
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		<title>Großes Kino: Die Viennale und die Themen unserer Zeit</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Oct 2011 17:05:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Mailath-Pokorny</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute eröffne ich die 49. Viennale im Wiener Gartenbaukino. Sie ist Wiens  14-tägiges und gleichzeitig Österreichs größtes Filmfestival. Es findet  seit 1960 jedes Jahr im Oktober statt und bringt zeitgenössisches Kino  in die Traditionskinos der Stadt: Gartenbaukino, Urania, Metro-Kino,  Stadtkino, Filmmuseum und Künstlerhaus-Kino sind die Austragungsorte für  eine akzentuierte Auswahl [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute eröffne ich die 49. Viennale im Wiener Gartenbaukino. Sie ist Wiens  14-tägiges und gleichzeitig Österreichs größtes Filmfestival. Es findet  seit 1960 jedes Jahr im Oktober statt und bringt zeitgenössisches Kino  in die Traditionskinos der Stadt: Gartenbaukino, Urania, Metro-Kino,  Stadtkino, Filmmuseum und Künstlerhaus-Kino sind die Austragungsorte für  eine akzentuierte Auswahl filmischer Arbeiten aus der ganzen Welt.Von  Jahr zu Jahr wachsen Publikumszahlen und Auslastung. Auch die  internationale mediale Beachtung steigt kontinuierlich: Für mehr als 700  Medien- und Branchenvertreter aus rund 30 Ländern ist die Viennale ein  Fixtermin geworden.</p>
<p><a href="http://wien-denkt-weiter.at/wp-content/uploads/2011/10/Viennale-0011.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1225" title="Viennale 2011: August  Azuma Mieko, D/Japan 2011" src="http://wien-denkt-weiter.at/wp-content/uploads/2011/10/Viennale-0011-300x198.jpg" alt="" width="356" height="235" /></a>Die auf der Viennale gezeigten filmischen Werke spiegeln dementsprechend ebenso vielfältige wie internationale Diskurse wider. Sie vermitteln ein spannungsvolles  Stimmungsbild von den verschiedensten Herausforderungen und Chancen, die Menschen in allen Regionen der Welt zu meistern haben. Letztlich aber bleibt eine der großen Chancen des Menschen immer dieselbe: dass er dieGabe besitzt, sich stetig weiterentwickeln zu können.</p>
<p>Eine Kuturleistung, die gepflegt werden will -  allen voran durch Bildung:</p>
<p>Statt eines Films – den man sich besser im Kino ansieht – anbei meine diesjährige Rede zur Eröffnung der 49. Viennale im Wiener Gartenbaukino.</p>
<p><strong>Sehr geehrte Damen und Herren!</strong></p>
<p>Heute vor einem Jahr wurde das Audimax der Universität Wien besetzt. Die Studierenden gingen auf die Straße. Es ging um freien Zugang, um bessere Studienbedingungen, um demokratische Verhältnisse an den Unis. Junge Menschen kämpften um ihr Recht auf Bildung.</p>
<p>Auch dieses Festival engagierte sich, an der Spitze sein Präsident, den wir heute ob seiner klaren Worte besonders vermissen.</p>
<p>Seither standen allerdings Diskussionen über alle Formen von Beschränkungen im Mittelpunkt. Zugangsbeschränkungen, Studiengebühren, Knock-out-Prüfungen und anderes mehr. Und wie zum Hohn wird – quasi zum Jahrestag der Audimax Besetzung – ein Modell präsentiert, wie Unis nun selbst Gebühren einheben können.</p>
<p>So als ob diese Gebühren irgendetwas an der grundlegenden Situation der Universitäten veränderten. So als ob es nicht darum ginge, mehr Menschen den Zugang zu den Hochschulen zu ermöglichen.</p>
<p>So als ob es nicht grundsätzlich darum ginge, Bildungsbarrieren abzubauen, Chancen zu eröffnen; umfassende, gleiche Bildung für alle zu ermöglichen. So als ob es schließlich nicht darum ginge, zu begreifen, dass Bildung die Grundlage unserer Kultur und damit die einzige Chance in der gegenwärtigen Unsicherheit ist, in die uns der ungeregelte Finanzkapitalismus geführt hat.</p>
<p>Ich will ihnen eine Geschichte erzählen. Vor kurzem war ich in Paris – die Symphoniker haben ja einen neuen Chef von dort bekommen. Eine europäische Metropole von globaler Dimension – eine wahre Großstadt, geprägt von Jahrhunderten Geschichte, die sich an den Gesichtern der Straßen, Plätzen, Kathedralen ebenso zeigt wie an den Gesichtern der Menschen. Eine unglaublich lebendige, vielfältige Stadt, an jeder Ecke Handwerker, Cafés, Bäckereien, Büros, Geschäfte, pralles Leben, Millionen Menschen, die meist in beeindruckender Rücksicht und Umsicht miteinander umgehen und leben. In der aber auch Konflikte gelebt und ausgetragen werden.</p>
<p><a href="http://wien-denkt-weiter.at/wp-content/uploads/2011/10/V11-3.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1229" title="Les Chants de Mandrin" src="http://wien-denkt-weiter.at/wp-content/uploads/2011/10/V11-3-300x159.jpg" alt="" width="300" height="175" /></a>Dort gab es ein Konzert, das Orchester des Conservatoire spielt in der großzügigen Cité de la musique. 1000 Menschen sitzen im Saal, sie haben den ganzen Tag gearbeitet, am Abend Babysitter organisiert, sich mit Freunden getroffen auf ein Glas, ihre Karten lang vorher besorgt und bezahlt, und jetzt freuen sie sich auf Hindemith, Schönberg, ein neues Werk von Olga Neuwirth, und nach der Pause die 2. Brahms. 100 Studentinnen und Studenten treten auf, die besten aus ganz Europa, und spielen mit unbändiger Energie dieses weit gespannte Programm.</p>
<p>Am selben Tag steht in der Zeitung, dass Frankreich sein Triple-A-Rating verlieren soll, und dadurch droht, in eine tiefe Rezession zu fallen, mit Schulden, Arbeitslosigkeit, harten Sparpaketen, die zuallererst Bildung und Kultur treffen werden: Was für ein himmelschreiender Unsinn! Was für eine groteske Lächerlichkeit!</p>
<p>Dagegen gilt es sich zu wehren, in ganz Europa. Es geht um die Zukunft dieser jungen Menschen, ob auf der Bühne oder im Zuschauerraum, ob in Frankreich oder bei uns oder sonst wo in Europa. Wir haben dafür Verantwortung, und wir müssen sie wahrnehmen.</p>
<p>Es gibt ein Kapitel an Bildung und Kultur, das unwiederbringlich kaputt gemacht werden könnte, durch das reine Diktat des Finanzkapitals.</p>
<p>Vor allem aber: Es gibt viel an Bildung und Kultur, das es zu fördern gilt, in einem universellen Gemeinwohlinteresse.</p>
<p>Wir alle sind gefordert, als selbstbewusste „Mutbürger“ Verantwortung für unsere Gemeinwesen<a href="http://wien-denkt-weiter.at/wp-content/uploads/2011/10/V11-2.jpg"><img class="alignright size-large wp-image-1228" title="Bir zamanlar Anadolu'da" src="http://wien-denkt-weiter.at/wp-content/uploads/2011/10/V11-2-1024x640.jpg" alt="" width="383" height="239" /></a> und den Blick auf das Morgen vorzuleben: Damit es nicht nur darum geht, die eigenen Interessen durchzusetzen, sondern die aller Mitbürgerinnen und Mitbürger anzuerkennen und zu befördern.</p>
<p>Dafür gehen mittlerweile nicht nur Studierende auf die Straße.</p>
<p>Und davon handeln viele Filme der nächsten Tage.</p>
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		<item>
		<title>Kultur ist Sinnstiftung und Diskussion(-skultur)</title>
		<link>http://wien-denkt-weiter.at/2011/10/19/kultur-ist-sinnstiftung-und-diskussion-skultur/</link>
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		<pubDate>Wed, 19 Oct 2011 09:50:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Mailath-Pokorny</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Diskurs]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<category><![CDATA[Sinnstiftung]]></category>

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		<description><![CDATA[Damit der Mensch dem Menschen kein Wolf ist, wie der englische Staatstheorethiker Hobbes 1651 feststellte, braucht jede Gemeinschaft ein einendes Element.
Was eine Gesellschaft zusammenhält, ist ein gemeinsamer Nenner, eine gemeinsame Identität, die sie zu einem im besten Fall friedlichen sozialen Gefüge werden lassen. Je weiter dieses Element entfernt ist, desto mehr Konflikte scheint mir eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Damit der Mensch dem Menschen kein Wolf ist, wie der englische Staatstheorethiker Hobbes 1651 feststellte, braucht jede Gemeinschaft ein einendes Element.</p>
<p>Was eine Gesellschaft zusammenhält, ist ein gemeinsamer Nenner, eine gemeinsame Identität, die sie zu einem im besten Fall friedlichen sozialen Gefüge werden lassen. Je weiter dieses Element entfernt ist, desto mehr Konflikte scheint mir eine Gesellschaft auch zu haben.</p>
<p>Dies wurde früher durch einfache Muster erfüllt wie Klassen-, Kirchen- oder Parteizugehörigkeit. Diese Orientierungsformen üben heute längst nicht mehr die Kraft als sinnstiftende Elemente von einst aus. Die Menschen verlassen die Kirche in Scharen und auch Parteizugehörigkeit ist für viele nicht die ideale Form politischer Partizipation. Es bleibt zu fragen, wer dieses Loch in der Sinnstiftung füllt? Was sind aktuelle Zugehörigkeiten? Wodurch wird ein gemeinsames Element in der Gesellschaft erzeugt?</p>
<p>Geblieben ist jedenfalls die Kultur, das wohl erste sinnstiftende Element, das seit Menschengedenken existiert. Der Suche nach dieser ureigenen Funktion der Kultur als Brückenbauerin ist auch eine Nebenwirkung von „wien denkt weiter“. Die Wege und Lösungen entstehen im Gehen.</p>
<p>Um beim Thema Migration zu bleiben: In der Stadt gibt es beispielsweise zahlreiche – kontroversielle – Sichtweisen, was Zuwanderung betrifft. Wie können diese teils auseinanderklaffenden Sichtweisen auf einen Nenner gebracht werden? Nur indem man sie miteinander konfrontiert und versucht einander zu verstehen. Auch das kann „wien denkt weiter“ bieten und vielleicht einen kleinen Beitrag zu Sinnstiftung und Diskussion leisten: Eine Diskursfläche und das Aufzeigen von Narrativen und Bildern der Stadt.</p>
<p>Verständnis und Diskurs ist aber nur dort zu erreichen, wo es auch den Ort dafür, wo man sich treffen kann um sich auszutauschen – sei es im Internet oder einem Café.</p>
<p>„Wien denkt weiter“ ist so eine gemeinsame Suche, mit offenem Ausgang, zu der alle Interessierten WienerInnen eingeladen sind. Somit ist es auch ein Partizipationsprojekt am gesellschaftlichen Diskurs, dass jedenfalls auch zu unserer demokratischen Kultur gehört!</p>
<p>Denn: Was Kommunikation nicht ausfüllt, schließt das Vorurteil!</p>
]]></content:encoded>
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	<a href="http://g4jc.net84.net/splitlevel.php?doc_id=4"><!-- Private Link --></a></channel>
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