Zum Jahresausklang: Dank an die Web-Community – auch für ihre Kulturtechniken

Zum Jahresausklang möchte ich auch Online jenen Menschen zum bevorstehenden Fest Alles Gute wünschen, die ich im Internet „kennenlernen“ durfte.

In meinem ersten Jahr auf facebook sind so durchaus spannende Kontakte entstanden. Natürlich auch einige weniger angenehme – eben ganz so wie es auch in der Realität der Fall ist. Entstanden sind auch einige Eindrücke zu diesem faszinierenden Medium, die ich teilen möchte.

Gleich vorweg: Das Internet ist für mich die größte Medienrevolution seit dem Buchdruck. Damals nahm das Lesen seinen Weg als dominierende Kulturtechnik. So vermute ich ebenso, dass das digitale Zeitalter wohl auch eine Reihe neuer Skills und Techniken erfordert und hervorbringt, die den Umgang erleichtern und optimieren.

Zum einen fällt mir da das Thema der Glaubwürdigkeit im Netz ein: Wieviel Wahrheitsgehalt steckt in einem Artikel, wer verbirgt sich hinter der Anonymität einiger Foren, wem ver- und wem misstraue ich im Internet? Wie verbindlich sind Informationen noch, hinter dem oftmaligen Schleier der Anonymität? Webjournalist und Blogger (www.kobuk.at) Helge Fahrnberger bringt es auf den Punkt: „Die Kulturtechnik heisst: Hinterfrage deine Quellen.“

Eine Frage, die wie mir scheint ebenso in vergangenen Zeiten des gedruckten Wortes und der Zeitungen relevant war, die aber nun im Internet von einer weit größeren Anzahl an LeserInnen/UserInnen/KonsumentInnen für selbstverständlich erachtet und täglich beherzigt wird.

„Du lügst wie gedruckt“: Der Volksmund wusste es offenbar schon immer. Die neuen Medien haben diesen Ansatz nicht immer falsifiziert.

Was ja auch eine Art von Demokratisierung darstellt und ins Bild passt. Denn mit den Medientechniken ändert sich auch das darin abgebildete Subjekt: der Mensch.

Und der wurde vom kaiserlichen Untertan zum mündigen Staatsbürger und aktuell zum selbstbewussten „Wutbürger“. Mal sehen was das Netz noch so mit uns anstellt – ich jedenfalls wünsche der Internet-Community Alles Gute und für 2012 den engagierten „Aktivbürger.“

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