Ein neues Studienfach: Praktische Erforschung außereuropäischer Musik

Die praktische Seite der Mikrotonmusik – gezeigt an Beispielen der klassischen arabischen Musik.

In der Musiktheorie werden seit jeher Werke der großen Meister (Palestrina, Bach, Haydn usw.) erforscht und analysiert. Die Resultate dieser Untersuchungen bilden nicht nur den Lehrstoff zur Ausbildung der künftigen Harmonielehrer, sondern das Verständnis von Kontrapunkt und Musiktheorie dient generell der künstlerischen Entwicklung der Musikstudenten aller Richtungen (Instrumentalisten, Sänger, Dirigenten und Komponisten).

Seit dem 20. Jahrhundert hat sich die Musik in eine globale Richtung bewegt, d.h. weltweit werden zahlreiche Komponisten von Musik aus anderen Kulturkreisen beeinflusst. Dadurch entstand eine sehr wichtige Entwicklung in der Musik – nicht nur in Europa, sondern in der Kunstmusik aller Länder der Erde. Die Anreicherung der musikalischen Sprache ist eine große Herausforderung für die Studierenden aller Richtungen.

Ein sehr wichtiger Bestandteil der Zeitgenössischen Musik sind Vierteltöne und Mikrotöne.

Nach meinen Erfahrungen werden Mikrotöne oft nur als wissenschaftliche Theorie verstanden oder als “falsche” Klänge verwendet. Nur selten gelangen die kompositorischen Ergebnisse über das Experimentierstadium hinaus.

Dabei ist leider zu bemerken, dass die bereits existierenden Musikkulturen, deren Musik Vierteltöne bzw. Mikrotöne beinhaltet, beim Musikstudium meistens ignoriert werden. Wenn überhaupt, wird das Thema nur von der historischen oder ethnologischen Seite behandelt – die praktische Seite mit Analyse, Formenlehre, Gehörbildung usw. fehlt ganz.

Der sensible Hörer spürt sofort, wenn ein in diesem Bereich ungeschulter Musiker eine Partitur mit Vierteltönen wiedergibt! Wenn jener spielt, klingt es meistens künstlich, weil die Töne ohne Gehörpraxishintergrund ausgeführt werden.

Um die studentische Ausbildung in dieser Hinsicht zu ergänzen, stelle ich diese Fachrichtung im theoretischen und praktischen Bereich für die Lehre zur Diskussion. Ist es nicht längst an der Zeit, den Studienplan den veränderten Anforderungen gemäß um das Fach „Praktische Erforschung außereuropäischer Musik“ zu erweitern?

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Tolle Idee
  • 21. August 2010
  • 13:01

Diese Möglichkeit für Musiker würde wieder einen Sprung, eine Weiterentwicklung in der Musik bedeuten. Besonders, wenn Herr Mahmoud sein Wissen weitergibt, der schon in seinen Kompositionen und auch Interpretationen auf der Oud und in Vorträgen sein Können und Feingefühl auf diesem Gebiet überzeugend bewiesen hat.

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Margarete BIETAK
  • 08. Oktober 2010
  • 18:51

Hossam Mahmouds Vorschläge sind fundiert – seine Kompositionen eine Bereicherung der zeitgenössischen Musik – dies dokumentieren auch die Auszeichnungen, die er in Österreich bisher erhalten hat. Nun sollte man ihm die Chance geben, an einem geeigneten Institut seine Ideen zu verwirklichen. Wien als interkulturelle Plattform könnte in der internationalen Musikszene Anerkennung finden und den interkulturellen Dialog fördern.

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