“Ich suche Streit” – Stadtrat Mailath-Pokorny im Falter-Interview
Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny spricht im heute erschienenen Falter über “Wien denkt weiter”, die Inhalte des Thesenpapiers Kultur. Für Wien. Für morgen. Für fast alle. und die Fragen, die die Wiener Kulturpolitik heute und in Zukunft beschäftigen: Ist die bestehende Form der Kulturförderung noch zeitgemäß? Wie kann sich die Kultur in Wien neu erfinden? Welchen Beitrag leistet Kultur zur Integration? Wofür soll ein neues Wien Museum stehen?
Die Antworten auf diese und andere Fragen nachzulesen im Falter-Interview.
- Alle Beiträge von Wien denkt weiter
Spannend wie wenig es Herrn Andreas Mailath-Pokorny wichtig erscheint sich mit den Lebensrealitäten von Kulturarbeiter*innen auseinandersetzten… in dem Interview ist davon jedenfalls nichts zu lesen.
So sei Ihm die Studie “Zur sozialen Lage der Künstler und Künstlerinnen in Österreich” ebenso an Herzen gelegt (http://www.bmukk.gv.at/kunst/bm/studie_soz_lage_kuenstler.xml) wie sich mit den (Fördern-) Realitäten von WUK, Amerlinghaus (ganz akut: http://www.amerlinghaus.at/main/krisenset.htm) oder Projekten wie den Moviemento auseinandersetzen (aufzuzählen was alles, zum Glück, auch ohne Förderungen bestehen kann würde dann wohl den Rahmen sprengen!)… Im Falle des Letzt genannten hieß schnelle Hilfe bei Raumsuche am ehesten das Projekekt und andere die innovative Konzepte vorlegten auf den langen Ast zu schieben, die Stadt Wien hat ja Zeit (und Kultur die kann warten)!
Um noch einmal mit einen Anderen Blick & Antworten auf die gestellten Fragen zu geben:
Kulturpolitik in Wien ist nicht zeitgemäß, Kultur in Wien muss sich nicht neu erfinden (nein! auch nicht jetzt kurz vor den Wahlen), es würde reichen bestehende Interessen und existierende Gruppen angemessen zu Fördern und diese zu registrieren. Kultur könnte in Wien einen viel höheren Beitrag zu Integration leisten, wenn Integration in Wien nicht heißen würde eine Hürde zu stellen und zu erwarten das alle drüber springen (sondern irgendwas mit miteinander und Kommunikation zu tun haben würde). Wo ein neues Wien Museum steht wird den meisten (Basis)Kulturarbeiter*innen eher relativ egal sein… eine Auseinandersetzung mit Realität wäre angebrachter… und statt Gedanken über ein neues Museum (von denen es in Wien ohnehin genug gibt) wäre vielleicht sowas wie Plakatierfreiheit (damit Kulturinitiativen auch wieder legal ohne viel Geld Plakatieren dürfen). Kultur in Wien ist bereits ein Schlachtfeld, mit vielen Arbeiter*innen die unter widrigsten Bedingungen ihrem Beruf(ungen) nachgehen… in solch einer Situation damit zu Titel “Streit suchen zu wollen” ist wohl sprichwörtlich für ein Leben im (gläsernen)Turm abseits kultureller Realität!
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