Wien – Künstlerischer melting pot?
Soll Wien eine Stadt der KünstlerInnen und Kulturschaffenden sein? Keine Frage, natürlich. Und sie soll es auch für ausländische KünstlerInnen werden.
Die gegenwärtige Situation macht es ausländischen KünstlerInnen schwer, eine Zeit in Wien zu sein und hier zu arbeiten. Das hängt einerseits mit rechtlichen oder technischen Gründen zusammen, die von EU- oder Bundesebene vorgegeben sind. Etwa die Tatsache, dass für den Aufenthalt von Künstlern aus Drittländen wie z.B. Serbien gebürgt werden muss. Für eine größere Institution ist das grundsätzlich kein Problem, kleinere, junge Künstlergruppen, für die der internationale Austausch besonders wichtig ist, haben es hier schon schwerer.
Die Mobilität und Vernetzung von Künstlerinnen und Künstler in Europa wird immer wichtiger. Hier hat auch Wien die Chance, sich als eine offene und lebendige Stadt international zu präsentieren. Die Donaumetropole ist ja durch ihre geographische Lage geradezu prädestiniert, eine Schnittstellen- oder Brückenfunktion zwischen West und Ost einzunehmen – die sie früher ja auch innehatte. Seit 1989 ist Wien vom Rand der ´westlichen Welt` ins Zentrum einer neuen geopolitischen Ordnung gerückt, aber tendenziell immer noch sehr westorientiert. Durch die Schaffung von Infrastrukturen sollte der Austausch von Künstlern und Kulturschaffenden gefördert werden, um über Klischees hinaus tatsächlich in die mentalen Tiefenschichten der Nachbarländer vorzudringen. Gerade Künstler sind als gesellschaftspolitische Seismographen wichtig, da sie vielfach in ihren Werken antizipatorische und prognostische Wirkungen entfalten und eine hohe Sensibilität für paradigmatische Wechsel in Gesellschaft und Kultur besitzen.
Ateliers und Werkstätten für ausländische KünstlerInnen
Konkret geht es also darum, die Infrastruktur für einen kulturellen und künstlerischen Austausch zur Verfügung zu stellen. Etwa in Form von speziell für ausländische KünstlerInnen eingerichtete Ateliers. Ateliers, für KünstlerInnen, die nach Wien kommen, und drei, vier oder sechs Monate hier arbeiten, sich mit der lokalen Szene vernetzen und den Input von außen bringen. Solche Ateliers gibt es bisher in Wien kaum.
In Berlin bietet das Künstlerhaus Bethanien ausländischen KünstlerInnen die Möglichkeit, nach Berlin zu kommen, in Werkstätten mit anderen Künstlern arbeiten, Zugang zur lokalen Szene bekommen. Am Ende jedes Aufenthalts steht eine Ausstellung. Modelle wie dieses, die den Austausch fördern und die internationale Vernetzung stärken – warum nicht auch in Wien?
- Alle Beiträge von Bettina Leidl
Im nostalgischen Sissilandia ist esTradition nicht über den Habsburger Tellerrand zu schauen. Mit dieser stärkung des Selbstbewußtseins kommt aber leider ein xenophober Beigeschmack daher, was im Herzen der Eu-landschaft so garnicht zu den Visionen von Centropa passt.
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es freut mich, daß nun auch ausländische Künstler in Wien eine chance zu haben scheinen, obwohl das Konzert der xenophoben Untertöne immer noch gespielt wird
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